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Serielle Verbindungen werden heutzutage nur noch in Verwendung mit
einem Router benötigt. Sollte man jedoch einen Server haben, der keinen
Monitor, keine Tastatur und keine Maus hat, kann man sich mit Hilfe
eines
Laptops und eines seriellen Kabels, auch Nullmodem-Kabel genannt, mit
diesem
verbinden. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar gering, dass jemand so eine
Möglichkeit nutzt, jedoch ist die Beschäftigung damit lohnenswert. Im
Rahmen einer IT-Ausbildung kann dieses Wissen nicht schaden!
Habe ich einen seriellen Anschluss?
Die meisten Computer verfügen über ein oder zwei serielle
Schnittstellen.
Um zu sehen, ob Du einen Seriellen Anschluss hast bemüht Du dich als
erstes einmal unter Deinen Schreibtisch und guckst, ob auf der Rückseite
Deines PCs
ein solcher Anschluss zu finden ist
Unter Ubuntu sind die seriellen Schnittstellen /Serial Ports)
Standardmäßig nicht aktiviert. Um
dies zu überprüfen können wir eine einfache Prozessabfrage machen und
die Terminals (tty) herausgrebben.
user@linux:~$ ps -ef | grep tty
Die Ausgabe sollte dann wie folgt aussehen:
root 4159 4150 5 07:40 tty7 00:13:07 /usr/bin/X :0 -br
-audit 0 -auth /var/lib/gdm/:0.Xauth -nolisten tcp vt7
root 4892 1 0 07:40 tty1 00:00:00 /sbin/getty 38400 tty1
root 4893 1 0 07:40 tty2 00:00:00 /sbin/getty 38400 tty2
root 4894 1 0 07:40 tty3 00:00:00 /sbin/getty 38400 tty3
root 4895 1 0 07:40 tty4 00:00:00 /sbin/getty 38400 tty4
root 4896 1 0 07:40 tty5 00:00:00 /sbin/getty 38400 tty5
root 4897 1 0 07:40 tty6 00:00:00 /sbin/getty 38400 tty6
Sind zwei Serial Ports unter Linux aktiviert müsste die Ausgabe mit
ps -ef | grep tty dann so aussehen.
root 4159 4150 5 07:40 tty7 00:13:19 /usr/bin/X :0 -br
-audit 0 -auth /var/lib/gdm/:0.Xauth -nolisten tcp vt7
root 4892 1 0 07:40 tty1 00:00:00 /sbin/getty 38400 tty1
root 4893 1 0 07:40 tty2 00:00:00 /sbin/getty 38400 tty2
root 4894 1 0 07:40 tty3 00:00:00 /sbin/getty 38400 tty3
root 4895 1 0 07:40 tty4 00:00:00 /sbin/getty 38400 tty4
root 4896 1 0 07:40 tty5 00:00:00 /sbin/getty 38400 tty5
root 4897 1 0 07:40 tty6 00:00:00 /sbin/getty 38400 tty6
root 20789 1 0 11:30 ttyS0 00:00:00 /sbin/getty -L ttyS0
9600 vt100
root 20790 1 0 11:30 ttyS1 00:00:00 /sbin/getty -L ttyS1
9600 vt100
Sind die seriellen Ports schon vorhanden, überspringe den nächsten
Abschnitt, und
lese weiter bei Verbindung herstellen!
Serielle Verbindung aktivieren!
Den Aufruf der tty übernimmt die Datei /etc/inittab. Bevor
wir jedoch irgendeine Änderung an dieser Datei vornehmen machen wir ein
Backup, da falsche Einträge in dieser Datei schnell unser ganzes System
unbootbar machen können.
user@linux:~$ sudo cp /etc/inittab
/etc/inittab_BACKUP
Danach kann die Datei geöffnet und die Änderungen durchgeführt
werden. Als erstes öffnen wir also die inittab mit Root-Rechten:
user@linux:~$ sudo pico /etc/inittab
Innerhalb der inittab scrollen wir ganz nach unten und suchen
Folgende Zeilen:
# Example how to put a getty on a serial line (for a terminal)
#
#T0:23:respawn:/sbin/getty -L ttyS0 9600 vt100
#T1:23:respawn:/sbin/getty -L ttyS1 9600 vt100
Wie man sieht sind die beiden Seriellen Anschlüsse auskommentiert.
Diese kommentieren wir also ganz einfach ein.
# Example how to put a getty on a serial line (for a terminal)
#
T0:23:respawn:/sbin/getty -L ttyS0 9600 vt100
T1:23:respawn:/sbin/getty -L ttyS1 9600 vt100
Wie zu sehen ist, initialisiert der Befehl getty die
Schnittstellen. Die
Option-L sorgt dafür, dass eine lokale Verbindung zu
ttyS0 (Identifikation der seriellen Schnittstelle) hergestellt
wird.
Das ist erforderlich wenn kein Modem an diesen Port angeschlossen ist.
Die Zahl9600 Steht für die Verbindungsgeschwindigkeit in Bits
pro Sekunde (bps), teilweise auch als BAUD-Rate bekannt. Hier mal eine
Übersicht über die verwendbaren Geschwindigkeiten:
- 110 bps
- 300 bps
- 1200 bps
- 2400 bps
- 4800 bps
- 9600 bps
- 19200 bps
- 38400 bps (Linux-Terminal Standard)
- 57600 bps
- 115200 bps (max. Rate bei z.B einem HP Switch)
vt100 ist die Terminal-Emulation. VT100 ist der meist verwendete
Standard. Ein weiterer Terminal-Typ istvt102 der ebenfalls weit
verbreitet ist.
Es gibt noch weitere Optionen, die verwendet werden können. Bei der
Option -i
wird beim Einloggen keine Nachricht ausgegeben. Ganz anders bei der
Option-f.
Hiermit kann optional der Inhalt einer Textdatei, deren Inhalt beim
Einloggen ausgegeben
werden soll, angegeben werden. Ich persönlich habe eine solche Datei
verwendet. Ich
habe sie unter/etc/ als isuserserial gespeichert. So sieht
die
Datei aus
Willkommen auf meinem PC!
Verbunden auf \1 mit \b bps
\U
eingebunden wird sie natürlich in die /etc/inittab in der
Form:
# Example how to put a getty on a serial line (for a terminal)
#
T0:23:respawn:/sbin/getty -L -f /etc/isuserserial ttyS0 9600 vt100
T1:23:respawn:/sbin/getty -L -f /etc/isuserserial ttyS1 38400 vt100
Verbindung herstellen!
Um sich nun in den so konfigurierten Linuxrechner einzuloggen muss
man man sich nur noch per Nullmodem-Kabel mit dem PC verbinden. Ich
habe
zum Testen ein Laptop mit Windows XP benutzt, es geht aber auch mit
Linux.
Sollte man es mit Linux versuchen wollen, sollte man sich
"wy60" per apt-get installieren
Mein Beispiel bezieht sich auf das Hyper Terminal von
Windows. Aufgerufen wird es mit Start --> Ausführen und dann
hyperterm eingeben. Nach einem Druck auf Enter sollte das
Programm
starten. Nun sollte mann sich unter COM1 mit dem Linuxrechner verbinden
können. Es können die Standardoptionen verwendet werden. Man sollte
jedoch die in derinittab eingetragene Geschwindigkeit
verwenden. Ich hoffe einigen Leuten hilft diese Anleitung ein wenig.
Sollten
noch Verbesserungsvorschläge da sein, bitte ich um eine Mail. Sollte
ich
noch weitere Ausarbeitungen zu diesem Thema machen, werde ich sie
natürlich nachtragen
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