Was ist Linux ?
GNU/Linux, siehe GNU/Linux-Namensstreit) ist ein freies und plattformunabhängiges Mehrbenutzer-Betriebssystem für Computer, das Unix ähnlich ist. Erstmals eingesetzt wurde Linux 1991 nach der Veröffentlichung des ersten Linux-Kernels durch Linus Torvalds.
Das aus verschiedenen Teilen bestehende Betriebssystem wird heute von Softwareentwicklern auf der ganzen Welt weiterentwickelt, die an den verschiedenen Projekten mitarbeiten. Daran sind sowohl einzelne Personen als auch Stiftungen, größere und kleinere Projekte, aber auch kommerzielle Unternehmen beteiligt. Im praktischen Einsatz werden meist sogenannte Linux-Distributionen genutzt, in denen verschiedene Software zu einem fertigen Paket zusammengestellt wird.
Die Einsatzbereiche von Linux variieren stark und umfassen unter anderem die Nutzung auf Desktop-Rechnern, Servern, Mobiltelefonen, Routern, Multimedia-Endgeräten und Supercomputern. Linux wird auf vielen Computern und Servern weltweit in nahezu allen Bereichen der Computertechnik eingesetzt. Beispiele dafür sind die Server der Wikipedia und die des Suchmaschinenbetreibers Google.
 Hier ist Tux der Pinguin. Das Maskottchen der Linuxwelt.
Geschichte von Linux
Seit seiner ersten Veröffentlichung hat sich Linux, ein freier Kern für Computer-Betriebssysteme, stark weiterentwickelt. Es wurde unter eine freie Lizenz gestellt, es gab Streit um den Namen und neue Unterstützer sind ebenso hinzugekommen wie auch Gegner.
1983 gründete Richard Stallman das GNU-Projekt mit dem Ziel, ein UNIX-ähnliches, POSIX-kompatibles Betriebssystem zu schaffen. Zwei Jahre später gründete er die Free Software Foundation (FSF) und entwickelte die GNU General Public License (GPL), um Software frei zu verbreiten.
Auf diesem Wege verbreitete sich die GNU-Software sehr schnell und wurde von vielen Menschen weiterentwickelt. Es entstand in kurzer Zeit eine Vielzahl von Programmen, so dass bereits Anfang 1990 genug GNU-Software bereitstand, um ein eigenes Betriebssystem daraus zu erstellen. Allerdings fehlte noch immer ein Kernel. Dieser sollte eigentlich im Projekt GNU Hurd entwickelt werden. Doch der als Mikrokernel ausgelegte Kern entwickelte sich nur sehr schleppend, weil das Finden und Beheben von Fehlern (Debuggen) aufgrund technischer Besonderheiten sehr schwierig und aufwändig war.
Ein anderes Projekt rund um ein Betriebssystem aus freier Software war in den 1980er Jahren auch die Berkeley Software Distribution, kurz BSD. Diese hatte sich aus Eigenentwicklungen der Universität Berkeley aus den Unix-Versionen der 4er Edition und folgender von AT&T entwickelt. Da aber in den BSD-Versionen noch immer Code von AT&Ts Unix enthalten war, kam es Anfang der 1990er Jahre zu einem Rechtsstreit zwischen AT&T und der Universität Berkeley, der die Entwicklung von BSD stark einschränkte und einige Jahre stark verlangsamte.
Anfang der 1990er gab es also kein vollständiges, freies System. Die Zukunft von BSD war wegen des Rechtsstreits ungewiss, die Weiterentwicklung gelähmt, das GNU-Projekt wurde zwar konstant weiterentwickelt und ausgebaut, verfügte aber über keinen UNIX-artigen Kernel, vielmehr war es eine Anzahl freier Softwareprojekte, die auf den verschiedensten (kommerziellen) UNIX-Varianten mittels des GNU-Compilers übersetzt werden konnten und lauffähig waren.
1991 begann Linus Torvalds in Helsinki mit der Entwicklung von Linux. Anfänglich war es eine Terminalemulation, die Torvalds zum Zugriff auf die großen UNIX-Server der Universität benutzte. Er schrieb das Programm hardwarenah und unabhängig von einem Betriebssystem, weil er die Funktionen seines neuen PCs mit einem Prozessor des Typs 80386, dessen Nachfolgerserie x86 auch heute noch zum Standard zählt, optimal nutzen wollte. Als Grundlage dienten dabei das Minix-System und der GNU-C-Compiler.
Irgendwann, so Torvalds in seinem Buch Just for Fun (zusammen mit David Diamond, 2001), merkte er, dass er eigentlich ein Betriebssystem geschrieben hatte. Am 25. August 1991 kündigte er in einem Usenet-Posting an die Gruppe comp.os.minix dieses System an. Dieses Usenet-Posting wird an vielen Stellen immer wieder zitiert und dürfte zu den bekanntesten Postings im Usenet zählen:
„Hello everybody out there using minix -
I'm doing a (free) operating system (just a hobby, won't be big and
professional like gnu) for 386(486) AT clones. This has been brewing
since april, and is starting to get ready. I'd like any feedback on
things people like/dislike in minix, as my OS resembles it somewhat
(same physical layout of the file-system (due to practical reasons)
among other things).
I've currently ported bash(1.08) and gcc(1.40), and things seem
to work. This implies that I'll get something practical within a
few months, and I'd like to know what features most people would
want. Any suggestions are welcome, but I won't promise I'll
implement them :-)
Linus (torvalds@kruuna.helsinki.fi)
PS. Yes – it's free of any minix code, and it has a multi-threaded
fs. It is NOT portable (uses 386 task switching etc), and it
probably never will support anything other than AT-harddisks, as
that's all I have :-(.“ [1]
Übersetzung:
„Hallo alle, da draußen, die Minix einsetzen -
Ich arbeite an einem (freien) Betriebssystem (nur ein Hobby,
wird nicht groß und professionell sein wie GNU) für 386(486)
AT-kompatible Rechner. Das Projekt entwickelt sich seit April
und beginnt fertig zu werden. Ich hätte gern Rückmeldungen über
Eigenschaften, die die Leute an Minix mögen/nicht mögen, da mein
Betriebssystem diesem in einigen Merkmalen ähnelt (gleiches
physikalisches Layout des Dateisystems (aus Praktikabilitätsgründen)
und einige andere Dinge).
Ich habe im Moment bereits die bash(1.08) und gcc(1.40) übertragen,
und es scheint zu funktionieren. Das bedeutet, dass ich in einigen
Monaten etwas haben werde, womit man arbeiten kann, und mich
interessiert, welche Eigenschaften die meisten Leute gerne sehen
würden. Alle Vorschläge sind willkommen, aber ich kann nicht
versprechen, dass ich sie auch einbaue :-)
Linus (torvalds@kruuna.helsinki.fi)
PS. Ja, es enthält keinerlei Minix-Code und das Dateisystem
ist multi-threaded. Es ist NICHT portierbar (es benutzt das 386er
Taskswitching etc.) und wird vermutlich nie etwas anderes
unterstützen als AT-Festplatten, ich besitze nur solche :-("
Am 17. September 1991 wurde Linux in der Version 0.01 das erste Mal öffentlich auf einem FTP-Server zur Verfügung gestellt.
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