News arrow News arrow 17.11.2006 - Open Source in Deutschland: Strukturwandel oder Strohfeuer? Freitag, 18. Mai 2012

17.11.2006 - Open Source in Deutschland: Strukturwandel oder Strohfeuer?
Der Einsatz von Open Source Software (OSS) im öffentlichen Sektor gewinnt immer mehr an Bedeutung. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Institutes untersucht die Wechselwirkung zwischen IT-Anbietern und öffentlicher Verwaltung.

Der Einsatz von Open Source Software (OSS) im öffentlichen Sektor gewinnt immer mehr an Bedeutung. Trotz viel Forschung zum Thema Open Source haben sich bisherige Studien nicht mit der Wechselwirkung zwischen IT-Anbietern und öffentlicher Verwaltung beschäftigt. Das holt die aktuelle IAO-Studie nach.

Die Studie "Open Source Software: Strukturwandel oder Strohfeuer" des Fraunhofer-Instituts Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) untersucht einerseits öffentliche Einrichtungen als exemplarische Anwendergruppe, bei der OSS immer mehr an Verbreitung gewinnt. Andererseits werden die Auswirkungen des zunehmenden Open-Source-Einsatzes auf die Wertschöpfung von IT-Anbieterunternehmen analysiert. Zudem soll die Studie verdeutlichen, welchen Effekt der wachsende Einsatz von OSS auf den IT-Standort Deutschland – und auch, welche Beschäftigungswirkung Open Source entfaltet.


Die Befragten

Insgesamt wurden 2000 öffentliche Einrichtungen von lokalen Behörden (Größenklassen 1 bis 6), in denen die Durchdringung mit IT besonders hoch ist, bis zu Bundesministerien angeschrieben. Hierbei konnten 115 Antworten erhalten werden. Von den angesprochenen Geschäftsführern oder Inhabern von IT-Unternehmen antworteten 94. Dabei handelte es sich sowohl um Unternehmen, die OSS in ihrem Produkt- und Dienstleistungsspektrum einsetzen, als auch solche, die kein Open Source einsetzen.

Die Zusammensetzung der Rückläufer auf die verschiedenen Größenklassen aller befragten Einrichtungen erlaubt eine gute Übertragbarkeit der Ergebnisse. Die Teilnehmer der Befragung sind überwiegend als Entscheidungsträger anzusehen und somit oft auch Meinungsführer innerhalb ihrer Einrichtungen. Damit ergab sich auch aus qualitativer Sicht eine gute Basis für die Befragung.


Ergebnisse: Verwaltungen

Die wesentlichen Resultate im Bereich der öffentlichen Verwaltung: Etwas mehr als die Hälfte der befragten öffentlichen Einrichtungen beschäftigt sich seit über drei Jahren mit dem Thema Open Source Software. Nur ein Fünftel befasst sich gar nicht mit dem Thema; Hauptursache dafür sind neben einer knappen Ausstattung mit Personalressourcen technische Gründe wie eine befürchtete mangelnde Interoperabilität mit der bestehenden IT-Infrastruktur.

Für fast 60 Prozent ist die Umstellung auf Open Source Teil einer mittel- oder langfristigen IT-Gesamtstrategie mit dem Ziel, systematisch betriebskritische Teile der IT-Landschaft auf Open Source zu migrieren. Punktuelle Strategien wie der kurzfristige Einsatz zur Überbrückung von Problemen spielen keine Rolle. Die Ergänzung der IT durch quelloffene Anwendungen vor allem in den Bereichen Office-Anwendungen, IT- oder Telefonie-Infrastruktur und Desktop-Systeme ist für die befragten öffentlichen Einrichtungen der wichtigste Einsatzzweck.

 
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