News arrow grafische Oberfläche arrow XGL installieren Donnerstag, 20. November 2008

XGL installieren
XGL installieren

Als ich letztens durch das Internet gesurft bin habe ich eine interessante Sache gefunden. Sie nannte sich XGL. Dieses System machte sich die Ressourcen der Grafikkarte zunutze um sie für die Grafische Oberfläche zu nutzen. Natürlich wollte ich wissen wie soetwas aussieht und bin weiter richtung youtube.com gesurft. Nach der Eingabe von "xgl" als Suchbegriff fand ich Videos die mir seit dem nicht mehr aus dem Kopf gegangen sind. Ich wollte so etwas auch haben.

Allgemeines:

Xgl ist eine Implementierung des X-Window-Systems, die durch OpenGL hardwarebeschleunigt ist. Sie befindet sich gegenwärtig in der Frühphase ihrer Entwicklung.

Die Entwicklung der Xgl-Architektur wurde Ende 2004 durch den Novell-Mitarbeiter David Reveman bekannt gegeben. Der Quellcode wurde am 2. Januar 2006 geöffnet und in das Freedesktop.org - Projekt einbezogen. Im Zuge dessen wurde die Programmstruktur stark umgestellt, um die Aufnahme zusätzlicher Grafiktreiber zu erleichtern.

Xgl soll auf dem Linux Desktop zusätzliche Effekte wie Transparenz, Schattierungen oder Animationen ermöglichen, ohne den Prozessor stark zu belasten, da die 3D-Funktionen moderner Grafikkarten benutzt werden. (aus Wikipedia)

Jetzt wird es Zeit das ganze unter Ubuntu Dapper zum laufen zu bringen.

Voraussetzungen
Um diese Anleitung nutzen zu können sollten sie eine nVidia oder eine ATI Grafikkarte besitzen und die dafür zuständigen Treiber auch korrekt installiert und konfiguriert haben. Es sollte auch die 3D-Beschleunigung anktiviert sein.

ofiguration der Grafikkarte

Als erstes öffnen wir uns die verantwortliche Datei für die grafishe Oberfläche. Sie nennt sich "xorg.conf".

user@linux:$ sudo pico /etc/X11/xorg.conf

Jetzt müssen wir gucken ob unter den Modulen das Modul "glx" geladen wird wenn nicht schreiben wir es mit rein. Hier ein Beispiel:

Section "Module"
        Load    "bitmap"
        Load    "ddc"
        Load    "dri"
        Load    "extmod"
        Load    "freetype"
        Load    "glx"
        Load    "int10"
        Load    "type1"
        Load    "vbe"
EndSection

Sollte dies geschehen sein muss noch kontrolliert werden ob wir auch eine Farbtiefe von 24Bit haben.

        DefaultDepth    24

Nun fügen wir noch weitere Optionen zu unserer Grafikkarte hinzu. Diese finden wir unter der Sektion "Device". Bei der änderung gilt aber, dass ihr keine Änderung an dem Identifier, dem Driver und der BusID vornehmt. Man soll ledeglich die Optionen hinzufügen. Für eine nVidia Grafikkarte sollte es dann so aussehen:

Section "Device"
        Identifier      "NVidia GeForce Ti 4200"
        Driver          "nvidia"
        BusID           "PCI:1:0:0"
        Option          "RenderAccel"           "true"
        Option          "AllowGLXWithComposite" "true"
        Option          "NoLogo"               
        Option          "NvAGP"                 "1"    
        Option          "TripleBuffer"          "true" 
EndSection

Bei einer ATI Grafikkarte sind weniger Optionen hinzuzufügen:

Section "Device"
        Identifier  "ATI Radeon"
        Driver      "ati"
        BusID       "PCI:1:0:0"
        Option      "UseInternalAGPGART" "no"
        Option      "KernelModuleParm" "agplock=0"
EndSection

Nach der Änderung speichern wir das ganze (strg+o) und schließen den Editor(Strg+x). Der erste Schritt wäre somit erledigt.

Installation

Nun müssen wir noch zwei Quellen in die sources.list eintragen. Die sources.list ist für die verfügbaren PAkete zuständig. Wir öffnen also die sources.list:

user@linux:$ sudo pico /etc/apt/sources.list

Dann fügen wir folgende Quellen hinzu:

Dapper
## XGL - Quellen
deb http://www.beerorkid.com/compiz dapper main aiglx
deb http://media.blutkind.org/xgl/ dapper main aiglx

Edgy
##XGL - Quellen
deb http://www.beerorkid.com/compiz edgy main-edgy
deb http://media.blutkind.org/xgl/ edgy main-edgy

Um die Quellen zu aktivieren sollten wir noch folgende Befehle aktivieren:

user@linux:$ gpg --keyserver subkeys.pgp.net --recv-keys 2F306651

user@linux:$ gpg --export --armor 2F306651 | sudo apt-key add -

Nun nurnoch die sources.list massieren:

user@linux:$ sudo apt-get update

Da wir nun die gebrauchten Quellen eingetragen haben müssen wir uns nurnoch die erforderlichen Pakete laden:

xserver-xgl
beryl
beryl-core
beryl-manager
beryl-settings 
beryl-plugins
beryl-plugins-data 
emerald
emerald-themes
libgl1-mesa (nur für NVidia)
libglitz-glx1 (nur für NVidia)

das machen wir mit dem Befehl:

user@linux:$ sudo apt-get install

Am schnellsten und einfachsten geht es einfach alle Pakete auf einmal anzugeben. Einfach alle durch ein Leerzeichen getrennt hintereinander angeben.


XGL einpflegen

Damit XGL auch zur verfügung steht müssen wir Start Scripte schreiben. eins für XGL und eins für Beryl. Es ist nämlich so das XGL dem Programm Beryl ermöglicht grafische Effekte auszuführen.

Als erstes schreiben wir ein Startscript für xgl. Dazu öffnen wir ein Editor mit root rechten und erstellen die Datei /usr/local/bin/startxgl.sh :

user@linux:$ sudo pico /usr/local/bin/startxgl.sh

in dieses Script schreiben wir folgendes rein:

#!/bin/sh
Xgl :1 -fullscreen -ac -accel glx:pbuffer -accel xv:pbuffer &
sleep 4
export DISPLAY=:1
cookie="$(xauth -i nextract - :0 | cut -d ' ' -f 9)"
xauth -i add :1 . "$cookie"
# xv:fbo in der oberen Zeile kann u.U. schneller sein
# Start GNOME
exec gnome-session

Die datei muss nun noch mit den entsprechenden Rechten ausgerüstet werden. Nach dem abspeichern führen wir also folgendes aus:

user@linux:$ sudo chmod 755 /usr/local/bin/startxgl.sh

Danach müssen wir den Start von XGL auch in unsere X-Sessions eintragen, damit wir XGL als Auswahl unter Session vor dem Start der Oberfläche haben. Dazu erstellen wir uns mir rootrechten die Datei /usr/share/xsessions/xgl.desktop.

user@linux:$ sudo pico /usr/share/xsessions/xgl.desktop

In diese Datei tragen wir folgendes ein:

[Desktop Entry]
Encoding=UTF-8
Name=Xgl
Exec=/usr/local/bin/startxgl.sh
Icon=
Type=Application

Nach dem Speichern und schließen müssen wir diese Datei auch mit den richtigen Rechten versehen:

user@linux:$ sudo chmod 755 /usr/local/bin/startxgl.sh

Nun haben wir die XGL Oberfläche korrekt installiert. Um nun aber die coolen Effekte zu bekommen muss Beryl noch gestartet werden.

Beryl braucht auch ein Startscript:

user@linux:$ pico /usr/local/bin/startberyl.sh

in dieses Script schreiben wir dann, ...

#!/bin/bash
if ps -A | grep -e "Xgl" > /dev/null; then
beryl-manager
#fix keyboard
xprop -root -f _XKB_RULES_NAMES 8s -set _XKB_RULES_NAMES xorg
setxkbmap -model pc105 -layout de -variant basic
#fix shift-backspace crash
xmodmap -e "keycode 22 = BackSpace"
fi

Danach die richtigen Rechte:

user@linux:$ sudo chmod 755 /usr/local/bin/startberyl.sh

und nun noch einen Eintrag in einen "meistens" noch nicht vorhandenen Ordner:

Sollte er vorhanden sein müsst ihr ihn natürlich nicht erstellen:

user@linux:$ mkdir /usr/share/gnome/autostart

Danach erstellen wir in diesem Ordner eine weitere Desktop-Datei mit dem Befehl:

user@linux:$ sudo pico /usr/share/gnome/autostart/beryl.desktop

In diese Datei schreiben wir folgendes:

[Desktop Entry]
Encoding=UTF-8
Name=Beryl
Exec=/usr/local/bin/startberyl.sh
Icon=
Type=Application

Diese datei muss nun noch mit den Rechten 755 versehen werden.

user@linux:$ chmod 755 /usr/share/gnome/autostart/beryl.desktop

Danach führen wir einen Neustart durch:

user@linux:$ sudo reboot

Nach dem Neustart sollte XGL als Auswahl unter Sessions im Login Manager stehen. Diese wählen wir aus und loggen uns ein.

Schon haben wir einen coolen Desktop, der locker mit Windows Vista mithalten kann. Jedoch sind nicht ganz so viele Ressourcen wie bei Windows Vista notwendig.

 
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